Sonnenuntergänge

Sonnenuntergänge sind ja so ein Evergreen der Fotografie. Landschaften am Tage in ein Bild zu packen ist wenig reizvoll, wenn es wie derzeit jeden Tag allerbestes Sonnenscheinwetter gibt. Die Hitzewelle hat Deutschland ja fest im Griff und man kommt ja auch nicht immer gleich zum fotografieren, sollte doch mal ein Wolkenband durch’s Land ziehen. Deshalb bleibt einem ja fast schon nichts anderes übrig, als dem einfachen Weg in die goldene Stunde vor dem Sonnenuntergang zu folgen um der Landschaft auch etwas Tiefe oder auch interessantere Farben zu verleihen.

Meine aktuelle Motivation und Lust an der Fotografie trieb mich deshalb mal wieder in die Sächsische Schweiz. Vor kurzem war ich nämlich mal wieder seit einiger Zeit allein mit meiner Frau wandern und bei der Anreise zum Startpunkt in Lichtenhain fiel mir eine schöne Hügelkette mit Blick auf die Gipfel im Elbsandsteingebirge auf. Diese wollte ich mir fotografisch natürlich nicht entgehen lassen und so entstanden diese beiden Bilder.

Liliensteinblick
Der Lilienstein und die Festung Königstein von Lichtenhain aus gesehen. 50mm, f/11, 1/50s, ISO 400
Hutbergblick
Blick auf den Hutberg nördlich von Lichtenhain. 50mm, f/11, 1/80s, ISO 400
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Papststein im Elbsandsteingebirge

Vor einiger Zeit erhielt ich von meinem Bruder die Empfehlung doch einmal den Papststein oberhalb von Gohrisch im Elbsandsteingebirge zu besteigen. Dort böte sich eine großartige Aussicht und eine empfehlenswerte Gastwirtschaft. Beides kann ich nun nach mehrfachen Besuchen durchaus bestätigen. Der letzte Besuch wurde jedoch zielgerichtet mit Fotoequipment bei passendem Wetter abgestattet. Dabei bot sich auch die Gelegenheit, meine neueste Errungenschaft auszuprobieren: das Manfrotto Stativ MK190XPRO3 mit dem Kugelkopf BHQ2.

Papststeinblick
Blick vom Papststein in Richtung Westen zum Sonnenuntergang im Herbst. In der Bildmitte ist die Festung Königstein und rechts der markante Lilienstein zu sehen. 17mm, f/11, 1/4s, ISO 100

Dieses tolle Stativ vom Platzhirsch aus dem wunderschönen Italien ist deutlich schwerer als meine bisherigen Stative. Ja selbst der Kugelkopf allein könnte es schon mit dem Gewicht der bisherigen Billigheimer aufnehmen. Dafür ist das Stativ jedoch besonders steif und damit sehr einfach zu handhaben, da sich beim Positionieren nichts verwindet. Zudem ist der Kugelkopf sehr präzise einzustellen und beim arretieren ändert sich nicht mehr die Position der Kamera. Weshalb meine Wahl jedoch überhaupt auf dieses Stativ gefallen ist, sind zwei besondere Features: 1) Der Panoramakopf und 2) Libellen für die Ausrichtung des Stativs selbst und der Kamera, sowohl im Quer- als auch im Hochformat. Von mir gibt es eine absolute Kaufempfehlung, wenn man mit dem doch stattlichen Gewicht der italienischen Präzisionsarbeit klar kommt.

Deshalb hier mein Erstlingswerk mit dem Panoramakopf des neuen Stativs:

Papststeinpanorama
Blick vom Papststein in Richtung Westen zum Sonnenuntergang im Herbst. In der Bildmitte ist die Festung Königstein und rechts der markante Lilienstein zu sehen. 50mm, f/11, 1/6s, ISO 100

 

 

 

Rund um den Kurort Rathen

Einer der Vorteile daran, dass man in der Nähe von Dresden wohnt ist, dass die Sächsische Schweiz, wie der sächsische Teil des Elbsandsteingebirge meistens genannt wird, nur einen Steinwurf entfernt ist. Dies macht es uns als Familie möglich eine wunderbare Natur zu erleben und uns mit Wandern fit und gesund zu halten. Kulinarisch schwören wir auf die Felsenmühle im Kirnitzschtal und man verzeihe mir die Werbung, aber Restaurants in denen das Essen vorzüglich schmeckt sowie  die Bedienung freundlich, kinderlieb und zuvorkommend ist, muss man einfach lobend erwähnen. Als besonders empfehlenswert sei hier auch die vom Wirt selbstgeräucherte Lachsbachforelle genannt. Diese Tagesausflüge bieten hin und wieder auch noch die Möglichkeit für Papi ein paar Fotos zu machen. So wie vor zwei Wochen, als wir nach einem Besuch im Kirnitzschtal noch in und um Rathen unterwegs waren.

Schon auf dem Weg dorthin hielten wir an einer Aussicht, die direkt an der Straße liegt und so ziemlich von jedem Touristen angesteuert wird. Von dort konnte man hinter dem Gamrig die Festung Königstein sehen. Dieses Foto ist eine der wenigen Landschaftsaufnahmen, für welche ich ein Teleobjektiv verwendet habe. Leider war es doch etwas dunstig und der Nebel an der Festung hätte auch noch etwas mehr hergeben können. Der Horizont erscheint zwar etwas gekippt, aber die Festungsanlage ist tatsächlich abschüssig, was man am Gebäude erkennt.

Festung Königsstein
Der Blick zeigt die Festung Königsstein in der Sächsischen Schweiz von Norden her und schweift vorbei am Gamrig und unsichtbar über die Elbe.

Nach dem Mittagessen galt es die zugeführten Kalorien wieder abzuarbeiten. Dazu fuhren wir zum Ortseingang des rechtselbisch gelegenen Kurort Rathen. Das Auto wurde für günstige 3 € auf dem Wandererparkplatz abgestellt und dann ging es in Richtung Ortschaft. Auf dem Weg dorthin gelangten wir jedoch vorbei am Gamrig, dem Berg im Vordergrund des obigen Bildes. Wir kämpften uns diverse Stufen hinauf zur Aussicht und oben genossen wir den Blick in die Ferne. Mir allerdings fiel noch etwas anderes auf. Nämlich ein Baum der selbst zum Motiv wurde, denn irgendwie mag ich Bäume mit Aussicht.

Gamrigbaum
Ein Baum auf dem Gamrig mit Blick auf die umgebenden Wälder.

Nach dem Abstieg vom Berg und der Wanderung in den kleinen beschaulichen Ort, in welchen man im übrigen nur als Anwohner oder Besucher mit dem PKW einfahren darf, mussten wir eine Entscheidung treffen. Denn ich wollte unbedingt einmal zum Amselfall, was eine kürzere und nicht ganz so anstrengende Wanderung bedeutet hätte. Allerdings wollte meine Frau doch direkt noch ein paar Höhenmeter machen und zur Bastei aufsteigen. Da lass ich mich natürlich nicht lumpen, obwohl ich mir fotografisch mehr vom Amselfall erwartet hätte. Der Aufstieg ist mit Zusatzgepäck in Form eines zweieinhalbjärigen Zwerges natürlich eine Nummer, aber oben angekommen ist man doch froh etwas gegen den Speck getan zu haben. Nach einer kurzen Erfrischung ging es zum üblichen Fotospot für Fotografen und tatsächlich schaffte es die Sonne herauszukommen und den Sandsteinfelsen etwas Farbe zu verleihen. Dabei herausgekommen ist die folgende Aufnahme, für die ich mir jedoch gerne noch etwas mehr Weitwinkel als die hier verwendeten 17mm gewünscht hätte.

Bastei
Die Bastei in der Sächsischen Schweiz im Sommer. Typischerweise sieht man in dieser Zeit viele Touristen. Im Hintergrund ist der Lilienstein zu erkennen.

Beim Abstieg merkten wir schon die langsam ermüdenden Knochen, doch unten angekommen einigten wir uns doch noch darauf, dass wir einen kleinen Abstecher zum Amselfall machen würden. Die Kinder machten schließlich trotz der fortgeschrittenen Zeit sehr gut mit und es machte mächtig Spaß durch die Natur zu spazieren. Der Amselfall selbst stellte sich jedoch als ziemlich dünnes Rinnsal und reichlich unspektakulär dar. Auf dem Weg jedoch entdeckten wir am Wegesrand einen schönen Blick auf eine kleine Wasserstufe des Grünbachs. Um die Geduldsfäden meiner Frau nicht weiter zu strapazieren verzichtete ich auf mehrere Aufnahmen (habe leider bei der ersten Aufnahme den Polfilter vergessen) und wir machten uns auf den Weg zurück zum Parkplatz. Am Ende war es eine schöne Tour von über 10 Kilometern und völlig kaputt freuten wir uns auf das klimatisierte Auto und nach kurzer Fahrt unser Zuhause.

Grünbach
Ein kleiner Wasserfall des Grünbach unterhalb des Amselfalls im Amselgrund.